Hund knabbert alles an: Tipps zum Abgewöhnen

Wenn dein Hund ständig alles anknabbert, kann das schnell zur Geduldsprobe werden. Plötzlich haben Tischbeine Zahnspuren, Kissen sind zerstört oder dein Vierbeiner versucht sogar, an deiner Hand zu knabbern. Keine Sorge, dein Vierbeiner ist mitnichten der einzige seiner Art, der eine Tendenz zum Anknabbern von Dingen hat, die er nicht anknabbern sollte. Tatsächlich kennen allzu viele Hundebesitzer dieses Problem.

Die gute Nachricht: Ein solches Verhalten deines Hundes lässt sich meist gut in den Griff bekommen. Wichtig ist einzig, die Ursache zu verstehen und auf dieser Grundlage deinem Hund das Anknabbern sukzessive abzugewöhnen.

In diesem Artikel erfährst du deshalb, warum dein Hund alles anknabbert und welche Methoden wirklich helfen, damit er schnellstmöglich damit aufhört.

hund knabbertWarum knabbert mein Hund alles an?

Bevor du deinem Hund das Knabbern abgewöhnen kannst, musst du verstehen, warum er dieses Verhalten überhaupt aufzeigt. Knabbern gehört nämlich in vielen Fällen zum normalen Hundeverhalten.

Die folgenden sind die typischsten Gründe, warum dein Hund alles anknabbert:

Zahnen bei Welpen

Vor allem Welpen knabbern gerne an allem, was sie finden. Dies hat einen spezifischen, aber normalen und letztlich harmlosen Grund: Während des Zahnwechsels, der in der Regel zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat stattfindet, juckt das Zahnfleisch deines jungen Hundes. Durch das Knabbern versucht er so, den Druck in seinem Kiefer zu lindern.

Dein Hund knabbert deshalb an Möbeln, Schuhen, Teppichen, Kissen und verschiedenen anderen Objekten, die er in seiner Umgebung findet. Auch an deiner Hand, beim Spielen oder Streicheln kann deine Fellnase knabbern.  

Ist der Zahnwechsel tatsächlich der Grund, dass dein Hund alles anknabbert, so hört das Verhalten zumeist nach wenigen Monaten auf, wenn der Zahnwechsel vollbracht ist und sich das Zahnfleisch deines Welpen entsprechend beruhigt.

Hier ist also vor allem Geduld gefragt. Darüber hinaus können aber auch spezielle Knabbersachen helfen, also Spielzeuge, die extra dafür gemacht sind, den Knabbertrieb deines Hundes zu stillen, und die du deinem Hund somit als Alternative zu deinen Möbeln präsentieren kannst.

Langeweile und Unterforderung

Ein oftmals übersehener, aber gleichwohl ebenso häufiger Grund, warum Hunde dazu neigen können, alles anzuknabbern, ist schlicht Langeweile und eine dauerhafte Unterforderung im Alltag. Hunde sind von Natur aus aktive Tiere und brauchen täglich eine gewisse körperliche und geistige Auslastung. Das gilt vor allem für junge Hunde.

Wenn sie in ihrem Alltag zu wenig Bewegung und Beschäftigung finden, suchen sich Hunde folglich selbst eine Aufgabe, mit der sie ihre Energie herauslassen können. Das kann eben oftmals das Anknabbern von Möbeln und diversen anderen Objekten sein.

Stress oder Unsicherheit

Manche Hunde knabbern aus Stress oder Nervosität bzw. einem Gefühl der Unsicherheit. Das Knabbern hat dann einen psychologischen Effekt und wirkt beruhigend, was Hunden hilft, mentale Spannung abzubauen.

Ein solches Knabbern passiert zumeist situationsbedingt. Wenn dein Hund also vor allem dann an allem knabbert, wenn er allein zu Hause bleibt, ihr Gäste zu Hause habt, gerade umgezogen seid oder euch im Urlaub befindet, dann ist das knabbernde Verhalten wahrscheinlich bedingt durch die gefühlte Unsicherheit aufgrund einer als stressvoll empfundenen Situation oder veränderter Umgebung für deinen Vierbeiner.

Suche nach Aufmerksamkeit

Viele Hunde merken schnell: Wenn ich etwas anknabbere, reagiert mein Mensch sofort. Somit kann das Anknabbern die effektivste Methode für deinen Hund sein, deine Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken. Denn letztlich kann auch negative Aufmerksamkeit für Hunde eine Belohnung darstellen, wenn sie sich in letzter Zeit als nicht genug beachtet gefühlt haben.

Möglicherweise hattest du viel zu tun oder warst anderweitig abgelenkt, sodass du deinem Hund weniger Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet hast, als er gewohnt ist. Dein Hund knabbert dann an Möbeln oder Anderem, einfach, damit er wieder verstärkt deine Beachtung findet.

hund knabbert2Hund knabbert an Möbeln: So reagierst du richtig

Was auch immer die Gründe dafür sein mögen: Wenn dein Hund an deinen Möbeln knabbert, ist das natürlich ärgerlich und eventuell auch teuer für dich, wenn die Möbel unschön oder gar unbrauchbar werden und schließlich ersetzt werden müssen. 

Trotzdem solltest du versuchen, möglichst ruhig zu reagieren. Lautes Schimpfen oder Strafen helfen nur selten weiter und verschlimmern oft das Verhalten deines Hundes.

Stattdessen solltest du folgende drei Maßnahmen in Erwägung ziehen, wenn du deinen Vierbeiner beim Knabbern der Möbel erwischst:

Möbel uninteressant oder unerreichbar machen

Du kannst Möbel für deinen Hund unattraktiv oder gar unerreichbar machen. Besprühe deine Möbel beispielsweise mit speziellen Anti-Knabber-Sprays (auch als Fernhaltesprays bekannt). Diese Sprays, die du leicht in diversen Geschäften vor Ort und in Onlineshops für wenig Geld erwerben kannst, sind komplett ungefährlich für die Gesundheit deines Hundes, lassen die Möbel aber extrem bitter „schmecken“, sodass dein Hund jegliches Interesse am Beknabbern der besprühten Möbel verliert. Auch für die Möbel selbst sind die Sprays komplett unschädlich.

Hast du einen Welpen, der sich im Zahnwechselstadium befindet und deshalb die Möbel anknabbert, kannst du die Möbel auch temporär unerreichbar machen, indem du deiner Fellnase beispielsweise den Zugang zu besonders möbelreichen Räumen versperrst oder die Möbel so lange abdeckst, bis der Zahnwechsel abgeschlossen ist.

Alternativen zum Knabbern anbieten

Egal ob Welpe beim Zahnwechsel oder Hund in stressvollen Situationen: Manchmal wollen und brauchen viele Hunde einfach etwas zum Knabbern. Wenn du nicht willst, dass das „Etwas“ deine Möbel sind, dann solltest du deinem Vierbeiner attraktive Alternativen anbieten, die er so viel anknabbern darf, wie er nur will.

Geeignet sind zum Beispiel:

  • robuste Kauknochen
  • Naturkauartikel
  • spezielle Hundespielzeuge
  • KONG-Spielzeuge

Tipp: Wechsle die Spielzeuge regelmäßig aus. So bleiben sie für deinen Hund länger interessant.

Mehr Beschäftigung im Alltag

Wie oben bereits erwähnt, können Langeweile und Unterforderung im Alltag eines der Hauptgründe sein, wieso dein Hund an deinen Möbeln knabbert. Ein ausgelasteter Hund zerstört deutlich seltener Möbel.

Gehe also täglich mehrmals mit deinem Hund Gassi und schenke ihm auch ansonsten genug Beachtung im Alltag. Auch spezielle Intelligenzspielzeuge für Hunde sind gut geeignet, um deinen Hund geistig zu beschäftigen. Bereits je 15 Minuten körperliche und geistige Auslastung am Tag können deinen Hund deutlich entspannen und ihm das Knabbern somit abgewöhnen.

Hund knabbert an Hand: Bedeutung und die richtige Reaktion darauf

Wenn dein Hund an deiner Hand knabbert, steckt, anders als im Fall der Möbel, meist Spielverhalten dahinter. Besonders junge Hunde testen so ihre Grenzen.

Trotzdem solltest du dieses Verhalten im Sinne der Sozialisierung deines Hundes früh stoppen und deinem Vierbeiner klarmachen, dass er dies nicht tun soll bzw. darf.

Mit folgenden Maßnahmen gewöhnst du deinem Hund das Knabbern der Hand ab:

hund knabbert 11. Ruhig bleiben

Zunächst ist es wichtig, hektische Bewegungen oder lautes Schreien zu vermeiden. Gerade auf Welpen und junge Hunde kann das wie eine Spielaufforderung wirken und somit das genaue Gegenteil vom Abgewöhnen bewirken.

2. Spiel sofort unterbrechen

Wenn dein Hund beim Spielen an deiner Hand knabbert, beende das Spiel sofort. Bleibe ruhig, aber stehe dann einfach auf oder wende dich ab.

So lernt dein Hund schnell: Wenn ich an der Hand knabbere = Spiel endet.

3. Spielzeug statt Hand anbieten

Die Lust am Knabbern ist durchaus normal für Hunde, gerade für Welpen und junge Hunde. Genauso wie bei den Möbeln solltest du deinem Hund deshalb „knabberfreundliche“ Alternativen zu deiner Hand anbieten. Lobe ihn dann, wenn er anfängt, die Knabber-Spielzeuge zu nutzen.

So lernt dein Hund schnell: Wenn ich am Spielzeug knabbere = Lob von meinem Menschen.

Befolgst du diese drei einfachen Schritte, wird dein Hund schnell lernen, dass das Anknabbern menschlicher Hände tabu ist und woran genau er knabbern darf.

Fazit: Knabberverhalten deines Hundes ist meist gut trainierbar

Wenn dein Hund alles anknabbert, steckt dahinter selten böse Absicht. Meistens sind Zahnen, Langeweile oder ein für Hunde natürlicher Spieltrieb die Ursache. Mit Geduld, klaren Regeln und ausreichend Beschäftigung kannst du deinem Vierbeiner schnell beibringen, dass deine Möbel und Hände nicht beknabbert werden dürfen. Mit spezifischen Spielzeugen kannst du deinem Hund zudem knabberfreundliche Alternativen bescheren, mit denen er seinen natürlichen Knabbertrieb anderweitig stillen kann.

Bleib konsequent und biete deinem Hund sinnvolle Alternativen, dann sind deine Möbel (und Hände) schnell wieder sicher.

Übrigens: Im Urlaub mit Hund ist es besonders wichtig, dass dein Hund keine Möbel anknabbert. Nimm deshalb stets die Knabber-Spielzeuge deines Hundes mit und buche passende Urlaubsziele sowie hundefreundliche Unterkünfte, in denen dein Hund beschäftigt bleibt und sich wohlfühlen kann.