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Reiseführer

Mit dem Hund verreisen: Die wichtigsten Infos und Tipps

„Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Dies wusste schon der deutsche Dichter Matthias Claudius vor über 200 Jahren und daran hat sich bis heute nichts geändert. Doch bevor die Reise mit deinem Hund losgehen kann, will sie erst einmal geplant und organisiert werden.

Was es beim Urlaub mit Hund zu beachten gilt, wie du deinen Vierbeiner darauf vorbereitest sowie weitere hilfreiche Informationen erfährst du in diesem Artikel.

Die Vorbereitung für den Urlaub mit Hund

Hund

Der Urlaub beginnt nicht erst, wenn du mit deinem Hund am Ziel angekommen bist. Schon deutlich früher solltest du dich mit verschiedenen Fragen befassen, damit ihr eine unbeschwerte Zeit verbringen könnt.

Ganz am Anfang steht die Auswahl des Urlaubsziels. Dieses sollte nicht nur dir gefallen, sondern auch den Bedürfnissen deines Hundes gerecht werden. Einem dickfelligen Vierbeiner machen hochsommerliche Temperaturen im Süden Europas vermutlich ziemlich zu schaffen. Somit gilt es schon im Vorfeld zu überlegen, wie du deinem Hund den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten kannst.

Mit Hund verreisen: die wichtigsten Fragen vorab

Die folgenden Fragen geben dir einen Überblick über die zu klärenden Punkte. Je besser du dich und deinen Hund auf die Reise vorbereitest, umso entspannter kann sie verlaufen.

Diese Fragen spielen bei der Planung für den Urlaub mit Hund eine Rolle:

  • Welche Vorschriften gelten am Urlaubsort für Hunde?
  • Gilt eine Rasseliste, mit der besondere Auflagen oder Verbote verbunden sind?
  • Benötigt dein Hund bestimmtes Futter oder Medikamente?
  • Gestattet die Unterkunft Hunde und wenn ja, wie viele?
  • Lässt sich der Urlaub so gestalten, dass er deinem Hund gerecht wird?
  • Wird vor Ort Tierbetreuung angeboten, falls du diese einmal benötigst?
  • Auf welche Art soll die Anreise erfolgen und kannst du diese hundefreundlich gestalten?
  • Welche Temperaturen erwarten euch am Urlaubsort und sind diese für dein Tier zumutbar?

Tipp: Möchtest du mit deinem Tier in ein sehr warmes Land reisen, kann es sinnvoll sein, ihm eine spezielle Kühlmatte zu besorgen. So können viele Hunde die Hitze deutlich besser ertragen.

Mit dem Hund ins Ausland reisen

Führt euch euer Hundeurlaub in das europäische Ausland, gelten die folgenden Bestimmungen:

  • Dein Tier braucht eine ausreichende Tollwutimpfung und es muss gechipt sein.
  • Die Impfung sowie der Chip müssen im Europäischen Heimtierausweis festgehalten sein. Diesen stellt dir dein Tierarzt aus.

Hinweis: Registriere Chipnummer deines Hundes unbedingt bei Tasso. Nur so kann dir dein Vierbeiner zugeordnet werden, sollte er entlaufen.

Etwas mehr zu beachten gibt es, wenn du mit einem Welpen ins Ausland fahren möchtest. Die Tollwutimpfung darf erst ab der zwölften Lebenswoche gemacht werden und dann heißt es, 21 Tage zu warten. Somit dürfen Welpen frühestens mit 15 Wochen ins Ausland reisen.

Reisen ins Ausland mit einem Listenhund

Nicht nur in Deutschland, auch in verschiedenen anderen Ländern gibt es sogenannte Rasselisten. Es ist wichtig diese zu kennen, damit es für dich und deinen Hund kein böses Erwachen gibt. Sehr streng sind die Regelungen in Frankreich sowie Dänemark. Dort ist für manche Hunderassen nicht nur die Haltung komplett verboten, sondern auch die Einreise bzw. Durchfahrt.

Es dennoch einfach mal darauf ankommen zu lassen, kann schlimme Folgen für deinen Hund und für dich nach sich ziehen. Es besteht die reelle Gefahr, dass dir dein Tier entzogen und ein Strafverfahren gegen dich eingeleitet wird. Deshalb solltest du dich vor der Reise unbedingt bei den Tourismusinformationen oder den Botschaften nach den geltenden Bestimmungen erkundigen. Dies gilt auch für die Durchfahrt durch verschiedene Länder.

Möchtest du mit deinem Hund Urlaub in einem Nicht-EU-Land machen, kommen möglicherweise weitere Vorschriften hinzu. Manche Länder fordern für die Einreise eine Tollwut-Titerbestimmung und/oder ein Gesundheitszeugnis. Beides kann ebenfalls für die Rückkehr in die EU vorgeschrieben sein. Erkundige dich auch in diesem Fall am besten bei den jeweiligen Botschaften, den Tourismusinformationen oder deinem Tierarzt.

Präventionsmaßnahmen für den Hundeurlaub im Ausland

Hund

Immer wieder ist von den sogenannten Mittelmeerkrankheiten zu lesen, zu denen unter anderem die Leishmaniose und die Ehrlichiose zählen. Sie werden von Zecken und Sandmücken übertragen, wobei es mehrere Jahre dauern kann, bis die Krankheit tatsächlich ausbricht. Dein Hund kann also lange Zeit einen gesunden Eindruck machen und dennoch infiziert sein. Den besten Schutz vor den Mittelmeerkrankheiten bieten deinem Hund Präventionsmaßnahmen in Form von Spot Ons oder speziellen Halsbändern, die du beim Tierarzt kaufen kannst.

Gegen Leishmaniose gibt es aktuell gibt es zwei Impfstoffe auf dem Markt. Aber Achtung, eine solche Impfung verringert lediglich das Risiko einer Infektion, sie kann diese aber nicht komplett verhindern. Auch ein geimpfter Hund benötigt somit weiterhin entsprechende Schutzmaßnahmen, um nicht von den Insekten gebissen oder gestochen zu werden.

Auf der Webseite des Vereins Parasitus Ex e.V. findest du fachlich fundiertes Wissen zu den verschiedenen Mittelmeerkrankheiten und den empfohlenen Präventionsmaßnahmen.

Mit dem Hund in Deutschland reisen

Nicht jeden zieht es in seinem Urlaub ins Ausland, auch Deutschland hat für Zwei- und Vierbeiner viel zu bieten. Soll es an die Nordsee oder in die Berge gehen? An den Strand oder in eine Waldregion? Nicht nur die vielen tollen Landschaften machen das Reisen mit Hund in Deutschland attraktiv, sondern auch die breite Palette an hundefreundlichen Ferienunterkünften. Du bist mit deinem Vierbeiner in vielen Hotels, aber auch auf Campingplätzen, in Ferienwohnungen und -häusern willkommen.

Für einen Hundeurlaub in Deutschland sprechen zudem die unterschiedlichen Anreisemöglichkeiten. Ob mit der Bahn, dem Auto oder vielleicht sogar als Wanderurlaub, du kannst die Anreise gut auf deinen Hund abstimmen.

So findest du deine hundefreundliche Unterkunft

Bei der Suche nach dem richtigen Feriendomizil spielen neben deinen Wünschen auch die Bedürfnisse deines Hundes mit hinein. Hast du einen sehr bellfreudigen Vierbeiner, könnte ein abgelegenes Häuschen die bessere Entscheidung als ein Hotelzimmer sein.

Die Vermieter, die ihre Ferienunterkunft auf hundeurlaub.de anbieten, wissen, was Hund und Herrchen wollen. So findest du unter den Angaben zur Ausstattung für Hunde zum Beispiel Informationen, ob ein umzäuntes Grundstück vorhanden ist oder ob es Bademöglichkeiten für deinen vierbeinigen Freund gibt.

Wähle einfach dein Wunschziel sowie die gewünschten Ausstattungsmerkmale aus, beispielsweise:

  • die Anzahl der mitreisenden Hunde
  • eingezäuntes Grundstück
  • Zaunhöhe
  • böllerfreies Silvester

So findest du mit wenigen Klicks genau das, was zu dir und deinem Tier passt.

Campen mit Hund

Hund

Bei einigen Hundebesitzern steht das Campen hoch im Kurs. Du bist direkt in der Natur und kannst dir deinen Tag vollkommen selbstbestimmt organisieren. Wenn du mit deinem eigenen Wohnmobil oder Wohnwagen reist, hast du zudem dein gewohntes Zuhause immer dabei – egal, wo du bist.

Doch obwohl das Campen eng mit der Natur verknüpft ist, sind Hunde nicht auf allen Campingplätzen willkommen. Deshalb solltest du vorher ausdrücklich nachfragen, ob du dein Tier mitbringen darfst. Wie hundefreundlich ein Platz tatsächlich ist, kannst du anhand der Bewertungen anderer Besucher im Internet erkennen.

Bist du schon zufrieden, wenn dein Hund auf dem Campingplatz erlaubt ist oder wünschst du dir spezielle Angebote wie eine Hundedusche oder Bademöglichkeiten? Es lohnt sich, etwas Zeit zu investieren und die Möglichkeiten zu vergleichen.

Bei der Planung eines Campingurlaubs mit Hund solltest du auch bedenken, ob Schattenplätze vorhanden sind oder du einen Zaun aufstellen darfst. Hilfreich kann zudem eine Hundebox sein, in die sich dein Fellfreund zum ungestörten Erholen zurückziehen kann.

Mit Hund verreisen: die Packliste

„Oh nein, ich habe den Heimtierausweis vergessen.“ Damit sowas nicht vorkommt, ist es sinnvoll, eine Packliste anzufertigen. So ist wirklich an alles gedacht. Neben dem Lieblingsspielzeug und dem Futter gehört – je nach Reiseziel – auch ein Maulkorb ins Gepäck.

Zu den wichtigen Dokumenten zählen der Heimtierausweis sowie eine Kopie der Hundehaftpflichtversicherung, aber auch die Titerbestimmung und ein tierärztliches Gesundheitszeugnis, falls diese erfordert werden.

Ebenfalls auf die Packliste gehören zum Beispiel:

  • Näpfe
  • Hundekörbchen oder -decke
  • Knabberartikel
  • Hundehandtücher
  • Kotbeutel
  • Reiseapotheke für den Hund
  • Kühlmatte
  • Bürste oder Kamm

Praktisch kann zudem ein faltbarer Trinknapf sein, den du leicht einpacken und mitnehmen kannst.

Die Reiseapotheke für den Hund

Manche Medikamente, die du nehmen darfst, sind für deinen Hund gefährlich. Aus diesem Grund ist es ratsam, beide Apotheken strikt voneinander zu trennen, damit es bei einem Notfall nicht zu einer Verwechslung kommt. Suche dir vor deiner Reise außerdem die Anschriften und Telefonnummern der nächsten Tierarztpraxen heraus und halte diese stets griffbereit. Speichere die Nummern in deinem Telefon so ab, dass du sie garantiert und schnell wiederfindest. Sollte es zu einer Notsituation kommen, kann jede Sekunde zählen.

Inhalt einer Hunde-Reiseapotheke:

  • Schutz vor Insekten sowie Mittel gegen Insektenstiche
  • Wundspray oder Wundsalbe
  • Kohletabletten
  • Zeckenzange
  • Mittel zur Wundreinigung sowie Verbandsmaterial
  • alle Medikamente, die du deinem Hund regelmäßig geben musst
  • ein elektronisches Fieberthermometer

Die Reiseapotheke für den Hund kannst du dir selber zusammenstellen, aber es gibt auch fertige zu kaufen.

Autofahren mit Hund

Ob du in eine Ferienunterkunft oder zum Campen fährst: dein Hund sollte das Autofahren bereits gewohnt sein und es möglichst gut vertragen. Leidet er unter Reiseübelkeit, kann dir ein Tierarzt Medikamente dagegen mitgeben. Sinnvoll ist es, das Autofahren rechtzeitig vor dem Urlaub zu üben und deinen Hund nicht ins kalte Wasser zu werfen. Ob bei Angst oder Reiseübelkeit, das Training erfolgt am besten in kleinen Schritten und sollte immer mit einem Erfolgserlebnis enden. Dieses prägt sich bei deinem Vierbeiner besonders intensiv ein und ihr könnt beim nächsten Mal darauf aufbauen.

Vielen Hunden mit Angst oder Reiseübelkeit hilft es, wenn sie im Auto in einer Hundebox transportiert werden. Doch auch diese benötigt eine geduldige Gewöhnung, weshalb du schon ein paar Wochen vorher mit dem Üben beginnen solltest.

Fliegen mit Hund

Mit einem Hund zu fliegen, ist nicht jederhunds Sache. Kleine Vierbeiner können bei einigen Fluggesellschaften in einer entsprechenden Tragetasche oder Transportbox mit in die Kabine genommen werden. Ist der Hund mit so einer Unterbringung vertraut, ist das Fliegen selber meistens kein Problem. Anders sieht es bei großen Tieren aus, da diese im Frachtraum transportiert werden. Die lauten Geräusche sowie die fremde Umgebung bedeuten für viele Hunde Stress pur! Ihnen diesen zuzumuten, macht für eine kurze Reise wenig Sinn. Anders sieht es aus, wenn du einen langen Aufenthalt im Ausland planst.

Für das Fliegen mit Hund sind diese Punkte zu klären:

  • Wie viele Tiere sind pro Passagier erlaubt?
  • Welche Vorgaben gelten zur Transportbox oder -tasche?
  • Welche Einreisebedingungen des Ziellandes müssen erfüllt werden?
  • Zählt dein Hund zu den stumpfnasigen Hunden?
    Diese werden bei Lufthansa nicht im Frachtraum transportiert. Der Grund dafür sind die Atemprobleme, die durch die verengten Atemwege verursacht werden. In Verbindung mit dem Flugstress können gravierende gesundheitliche Probleme entstehen.

Da die Plätze zur Tierbeförderung bei den Fluggesellschaften begrenzt sind, solltest du deinen Hund rechtzeitig anmelden und dich bei der Airline nach ihren Vorschriften sowie Gebühren erkundigen.

Bahnfahren mit Hund

Für das Bahnfahren mit Hunden in Deutschland gelten bestimmte Vorschriften. Kleine Hunde dürfen kostenfrei mitfahren, wenn sie maximal so groß wie eine Hauskatze sind. Während der Fahrt müssen sie in einer Tasche oder Transportbox untergebracht sein.

Ist dein Tier größer, benötigt es ein eigenes Ticket. Zudem muss dein Hund angeleint sein und einen Maulkorb tragen. Zu beachten gilt es, dass sich die Kosten für die Mitnahme eines Hundes im Nah- und Fernverkehr unterscheiden können.

Wie beim Autofahren sollte dein Hund auch das Zugfahren bereits vor eurer Reise positiv kennengelernt haben. Die vielen Menschen, Geräusche und ungewohnten Bewegungen können bei ihm Stress verursachen. Wähle daher einen möglichst ruhigen, geschützten Platz aus.

Mit Hund im Urlaub – ein Spaß für Zwei- und Vierbeiner

Im täglichen Einerlei fehlt es oft an der Zeit, sich intensiv mit seinem Hund zu befassen. Die Gassirunden finden auf den gewohnten Strecken statt und auch das Spielen oder Schmusen kommen häufig zu kurz. Zusammen zu verreisen, ist für beide Seiten eine tolle Abwechslung zum Alltag. Ausgiebige Spaziergänge am Strand oder in den Bergen, gemeinsames Schwimmen in einem See oder im Meer, dabei erholen sich Mensch und Hund.