Sauerland mit Hund an einem Tag

Sauerland mit Hund an einem Tag

Auf ins Felsenmeer Hemer
Flocke – mein Hund – ist gespannt auf das Felsenmeer

An einem herrlichen Sommer-Sonntag mache ich mich mit meinem Hund Flocke auf in meine alte Heimat: das Sauerland. Ich habe als kleiner Bub sechs Jahre in Hemer gewohnt und nun komme ich für einen Tag voller Neugierde zurück: Sauerland mit Hund an einem Tag: Das bedeutet Vorbereitung für Hund und Mensch. Ich lege mir vorab eine Route zurecht, was ich meinem Hund – einer einjährigen beigen Labradordame – im Sauerland an einem Tag zeigen möchte und packe für Flocke etwas Fressen ein. Folge uns gerne auf der ersten Tour durch das nordwestliche Sauerland.

  • Station 1: Felsenmeer in Hemer
  • Station 2: Wanderung Hönnetal (sieben Jungfrauen)
  • Station 3: Balve
  • Station 4: Menden (Sauerland)
  • Station 5: Burg Altena
  • Station 6: Danzturm Iserlohn

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Station 1: Das Felsenmeer in Hemer

Felsenmeer Hemer
Brücke und Steg durch das Felsenmeer

Heimatgefühle kommen hoch, wie ich vom Autobahnende der A46 nahe Iserlohn auf Hemer zufahre. Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir morgens um 9.00 Uhr das Felsenmeer in Hemer nähe Deilinghofen. Hier beginnt meine Reise: Sauerland mit Hund an einem Tag. Als Kinder haben wir zwischen den Steinschluchten und Spalten verstecken gespielt, sind mit unseren Rädern durch den Wald gerast. Mal sehen, was mich heute erwartet.

Da hat sich in den letzten 40 Jahren ja doch so einiges verändert. Für den Ausgangspunkt habe ich einen großen Parkplatz an der Deilinghofer Str. neben dem Felsenmeerstadion / Eingang Sauerland-Park gewählt. Der Sauerland-Park (ein ehemaliges Kasernengelände und Ausrichtungsort der Landesgartenschau 2010) ist für Hunde leider verboten. Das Felsenmeer liegt linksseitig des Parkplatzes – vorbei an der Touristeninfo (geöffnet Sonntags erst ab 11.00 Uhr), über die Straße auf einem Schotterweg Richtung Wald. Das Felsenmeer ist eine alte Rifflandschaft eines Meeres vor 385 Mio. Jahren. Vor 20-30 Millionen Jahren wurde – nach Rückzug des urzeitlichen Meeres – der Kalk ausgewaschen und die schroffen Felsformationen blieben so bis heute erhalten. Eine mystische Landschaft entstand. Es wurde eine Brücke und Stege gebaut, über die du einen tollen Blick in die Felslandschaft erhältst.

Einen ausführlichen Bericht über das Felsenmeer findest du hier: > Felsenmeer Hemer mit Hund

Felsenmeer Hemer – mit Hund kein Problem

Wir wählen zunächst den Holzsteg, der hinunter zu den Felsen und unter der neuen Brücke hindurchführt. Die imposanten Felsen fühlen sich magisch an. In einer Sage heißt es, dass Riesen hier Goldschätze des Zwergenkönigs Alberich vermuteten und wollten diesen plündern. Sie kamen bis zur großen Felsenhalle voran. Aber Alberich die Felsenhalle über den Riesen einstürzen und begraben: das Felsenmeer entstand. Ja, ich finde die Sage sehr realistisch, wenn ich mir diesen mystischen Ort anschaue. Für Flocke ist das alles gleich. „Als Hund kann ich überall spielen“ denkt sie sich bestimmt. Auch eine Aussichtspalttform gibt es. Nach rund einer Stunde sind wir wieder zurück.

Weitere Tipps zum Sauerland hier in unserem  >Reiseführer Sauerland mit Hund

Station 2: Wanderung im Hönnetal im Sauerland

Flocke im Hönnetal
Flocke kühlt sich in der Hönne ab

Nur wenige Autominuten vom Felsenmeer entfernt, wartet auf meinen Hund Flocke und mich das nächste Abenteuer: eine Wanderung an der Hönne entlang zu den sieben Jungfrauen, einem Höhlenbesuch und einem Ausblick auf Burg Klusenstein. Das Hönnetal – hier zwischen Rödinghausen und Volkringhausen – beeindruckt durch seine steilen Felswände. Ich habe Glück: An der T-Kreuzung der Hönnetalstr. von Hemer kommend und der B515 liegt rechts eine Einfahrt noch vor der Brücke über die Hönne. Es ist nur Platz für etwa fünf Autos, sonst sind Parkplätze in diesem engen Tal Mangelware.

Das Hönnetal bietet Abwechslung pur – auch mit Hund

Feldhofhöhle
Feldhofhöhle über dem Hönnetal

Ich wähle eine Rundroute entlang der Hönne und auf geht´s mit Flocke zunächst zum alten Haltepunkt Klusenstein der schon 110 Jahre alten Hönnetalbahn. Es ist so urig hier und ich wundere mich, dass überhaupt noch Züge fahren. Hinter dem – heute stillgelegten – Haltepunkt wandern wir auf einem schmalen Pfad zur Hönne hinunter. Es dauert natürlich keine Minute und Flocke badet in der Hönne. Jetzt im Sommer ist sie eher ein kleiner Fluß, aber nach starkem Regen, kann die Hönne auch stark ansteigen. 

 

Blick auf Burg Klusenstein
Burg Klusenstein im Blick

Wir wandern – begleitet von der Hönne – auf eine Lichtung zu. Die sieben Jungfrauen – eine Felsformation auf der gegenüberliegenden Seite – tut sich vor uns auf. Diese Felsen sind der Sage nach sieben Jungfrauen, die dem Ritter auf Burg Klusenstein schöne Augen machen wollten. Um größer zu wirken, braute eine Hexe ihnen einen Zaubertrank, von dem sie nur einen kleinen Schluck nehmen sollten. Die sieben Fräulein tranken aber immer mehr vom Zaubertrank und wurden riesengroß. Zur Strafe wurden Sie zu Stein verhext, wo sie heute noch stehen.

Das Hönnetal: Ein Traum-Wanderung mit Hund im Sauerland

Sieben Jungfrauen Felsen
Sieben Jungfrauenfelsen im Hönnetal

Eine tolle Geschichte im sagenumwobenen Sauerland. Wir verlassen jetzt die Hönne und wandern einen Berg zur Feldhofhöhle hinauf. Sie ist eine offene Höhle mit einem acht Meter breiten Eingang und einer Höhe von 15 Metern. Flocke kennt ja nix und rennt bis zum Endpunkt etwa 100 Meter in den Berg hinein. Aber dann wird ihr doch unheimlich, kommt zurück und wir genießen die Aussicht auf Burg Klusenstein. Direkt gegenüber – auf einer 60 Meter hohen Felsenklippe gebaut – ragt die Burg in die Höhe. Wie haben die Leute vor hunderten Jahren nur so bauen können? Vor dem blauen Himmel sieht sie einfach schön aus. Burg Klusenstein – erbaut 1353 – ist in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden. Wir kraxeln jetzt einen steilen Pfad wieder hinunter zur Hönne. Und wiederum genießt Flocke das Bad im Zulauf der Ruhr in vollen Zügen. Nach etwa 50 Minuten erreichen wir unser Auto. Eine sehr abwechslungsreiche und schöne Wanderung in unserem Exkurs: Sauerland mit Hund an einem Tag  

Station 3: Balve – ein „Dom“ prägt die Stadt

Zentrum Balve
Alte Fachwerkhäuser in Balve

Unser nächster Abstecher ist: Balve. Bekannt ist der Ort durch seine gleichnamige Höhle. Die Balver Höhle ist Europas größte offene Kulturhöhle. Hier haben bis zu 2.000 Menschen Platz. Ich mache aber mit Flocke nur einen kurzen Rundgang rund um die gewaltige Kirche St. Blasius – einer

Kirche Str. Blasius Balve
Kirche St. Blasius in Balve

der wichtigsten, westfälischen Hallenkirchen mit Fresken aus dem 13. Jahrhundert. Einige schöne Fachwerkhäuser ranken sich an der Straße nähe der Kirche. Wir sind mit der Besichtigung schnell durch und weiter geht es Richtung Menden im Sauerland.   

Station 4: Menden (Sauerland) – Zeit fürs Mittagessen

Palmen in Menden
Palmen in Menden (Sauerland)

In Menden (Sauerland) – etwa 13km von Balve entfernt – möchte ich mit Flocke in der Altstadt einkehren. Der Weg führt uns noch einmal durch das romantische Hönnetal und nach 20 Minuten erreichen wir mittags die Altstadt. Natürlich wird zuerst Flocke versorgt. Gut gestärkt machen wir uns auf in die Altstadt der viertgrößten Stadt im Sauerland, die den Regionsnamen auch im Stadtnamen trägt. Wir werden lustigerweise von großen Palmen begrüßt, die irgendwie so gar nicht zum Sauerland passen wollen.

Altes Rathaus
Das alte Rathaus in Menden (Sauerland)

In der Altstadt mit seinem blauen, sehr schönen alten Rathaus ist heute ein Food-Festival mit reichlich Musik und buntem Treiben. Es ist mir mit Flocke etwas viel und so gehen wir etwas außerhalb in der „Mendener Mühle“ einen Salat essen. Herrlich: Die Sonne scheint, ich sitze mit Flocke im Schatten unter einem Schirm und lasse mir den Salat und ein Radler (alkoholfrei) schmecken. 

Mendener Mühle
Mendener Mühle mit Restaurant

Sauerland mit Hund an einem Tag: Wir haben schon viel gesehen. Jetzt steht Altena mit seiner Burg auf dem Programm.

Station 5 – Burg Altena im Sauerland

Burg Altena
Burg Altena im Sauerland

Frisch und fröhlich geht es zum nächsten Ziel: der über die Region des Sauerlands bekannten Burg Altena aus dem 12. Jahrhundert. Sie liegt etwa 25km von Menden entfernt. Über weite Strecken geht es zunächst nur bergauf und dann wieder hinunter zur Stadt Altena. Die Burg thront als mächtiger Schutz oberhalb der Stadt. In einem großen Bogen geht es einmal um die Stadt herum, immer an der Lenne entlang bis zu einem Parkplatz. Jetzt habe ich drei Möglichkeiten:

  1. ich gehe zu Fuß den Berg hinauf
  2. ich nehme den Shuttleservice für einen Euro
  3. ich fahre mit dem Aufzug
Innenhof Burg Altena
Der Innenhof Burg Altena

Mit Flocke brauche ich da nicht groß diskutieren: Wir nehmen den Aufzug. Vom Parkplatz sind es etwa 800 Meter bis zum Eingang des Erlebnisaufzug Burg Altena. Jetzt bin ich gespannt, was mich dort erwartet: Eintritt 4,80 Euro – Hunde kostenlos. 90 Meter wurde hier ein Gang in den Berg gehauen: Direkt unter die Burg. Für Kinder ist das sicher interessant. Illuminationen und Rittergeschichten auf dem Weg zum Aufzug bereiten die Besucher auf die Burg vor. Und dann stehe ich vor einem normalen, silbernen Industrieaufzug, der mich 80 Meter nach oben zur Burg fährt.

Erlebnisaufzug Burg Altena

Wie nannte sich der Aufzug? „Erlebnisaufzug“ – also das Wort ist schon etwas weit hergeholt… Aber ich bin oben und stehe mitten auf dem Burgplatz. Die Burg Altena ist sehr gut erhalten. Es gibt jedoch ein Manko: die Innenräume und somit auch die Rundgänge oben auf der Balustrade sind für Hunde verboten.

Es besteht die Möglichkeit, im Burgrestaurant einzukehren oder auf den Bänken im Burghof ein kühles Getränk zu sich nehmen. Vielleicht ist der Name (Burg Altena) auch dem einen oder anderen schon bekannt: In welchem Ort wurde die erste Jugendherberge der Welt eröffnet? Ja richtig, auf Burg Altena. Im Jahre 1912 (also vor einhundert Jahren)

Blick von Burg Altena auf Altena
Blick auf Altena von der Burg aus

hat ein Volkschullehrer hier auf der Burg eine Jugendherberge unter dem Motto: „Urlaub für alle“ errichtet. Zwei Jahre später wurde der Verband DJH Deutsches Jungendherbergswerk gegründet. In der Burg sind noch die Originalzimmer der ersten Jugendherberge zu besichtigen. Heute ist sie in der Vorburg untergebracht. Für den Rückweg zum Parkplatz wähle ich die Straße hinunter. Auf jeden Fall deutlich angenehmer wie rauflaufen. Wer im Sauerland Urlaub macht, sollte die Burg Altena auf jeden Fall gesehen haben.  Und jetzt zur letzten Station für heute:

Station 6 – Danzturm Iserlohn

Danzturm
Der Danzturm in Iserlohn

Ich mache mich nun auf zur letzten Station meiner kleinen Reise: Sauerland mit Hund an einem Tag. Ich möchte den Tag am Danzturm in Iserlohn, der größten Stadt des Sauerlandes, ausklingen lassen. Das Navi ist mit der Anschrift gefüttert. In nur 30 Minuten sollen wir das Ziel erreichen. Nach kurzer Fahrt durch Altena geht es steil die Höhen des Sauerlandes hinauf. Auf einer kleinen Nebenstrecke schlängelt sich die Straße in Serpentinen Richtung Iserlohn-Kesbern. Also der Weg hat es wirklich in sich. Ich bin schon viele Pässe (Wurzenpass 18%, Flüelapass 12%) gefahren. Diese Strecke braucht sich nicht hinter den großen Passstraßen zu verstecken. Es macht aber Spaß, sich langsam den Berg hinaufzuschrauben und die tolle Aussicht zu genießen. Unten im „Tal“ wieder angekommen, heißt es dann erneut eine schmale Straße steil bergauf zum Danzturm zu nehmen.

Restaurant Danzturm
Das Restaurant am Danzturm in Iserlohn

Etwa 100 Meter unterhalb des Turms ist ein Parkplatz. Wer möchte kann von hier aus eine Wanderung durch den Wald bis zum Turm hinauf unternehmen. Da es schon spät wurde, habe ich mich für die Straße entschieden und direkt am Danzturm geparkt.

Ein Ausblick vom Danztum, der zum Träumen anregt

Egal ob mit dem Auto oder zu Fuß: du wirst mit einer tollen Aussicht belohnt. 

Blick vom Danzturm
Der Blick vom Danzturm Richtung Dortmund

Am Danzturm in Iserlohn beginnen die Berge des Sauerlandes und du schaust in die weite tiefe Ebene. Bei gutem Wetter kannst du bis Unna, Dortmund oder Hamm blicken. Ein wirklich sehr schöner Weitblick. Rund um den Danzturm gibt es verschieden lange Spazierwege – natürlich auch mit deinem Hund. Oder du stärkst dich auf der Terrasse des Restaurants direkt unter dem Danzturm. Der Zugang zum Turm ist übrigens jederzeit möglich, solange das Restaurant geöffnet hat.  

Das war ein Tag Sauerland mit Hund

Sauerland Berge
Land der 1.000 Berge: Das Sauerland

Es hat Flocke und mir viel Spaß gemacht und wir haben viele Eindrücke mit nach Hause genommen. Vielleicht hast du auch Lust auf einen Urlaub im Sauerland: Dann schau hier für hundefreundliche Unterkünfte vorbei:

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