Was du beim Wandern mit Hund beachten solltest

Wandern mit Hund

Mit dem Hund gemeinsam die Natur zu erkunden macht nicht nur Spaß, sondern schweißt als Team zusammen. Schließlich liegt es in der Natur der Menschen und der Hunde, lange Strecken zu Fuß zurückzulegen. Bevor du jedoch nun voller Motivation deinen Rucksack packst und mit deinem Hund die Bergwelt eroberst, solltest du ein paar Dinge beachten. Hier beantworten wir häufig gestellte Fragen und geben hilfreiche Tipps für sichere und erfolgreiche Wanderungen mit Hund.

Wie alt sollte mein Hund sein?

Nach oben hin sind dem Alter deines Hundes keine Grenzen gesetzt. Du solltest lediglich eine Route auswählen, die der Gesundheit und Fitness deines Hundes entspricht. Junge Hunde dagegen sollten die Wachstumsphase abgeschlossen haben, da lange Wanderungen eine zu hohe Belastung für die im Wachstum befindlichen Knochen und Gelenke darstellen können. Daher sollte dein Hund mindestens 1 Jahr alt sein. Gehört dein Hund einer sehr großen Rasse an, sollte er lieber 1,5 Jahre alt sein, bevor ihr weite Strecken zu Fuß zurücklegt.

Kann ich mit meinem Familienhund wandern gehen?

Wandern mit Hund
Gib 5 Alter! Und dann kannst du mir gefälligst noch mal mein Spieli ins Wasser werfen, aber zackig!

Lauffreudige Hunde wie Beispielweise der Labrador, Weimaraner, Dalmatiner oder Dobermann werden sich in der Regel nicht lange bitten lassen, wenn es darum geht, lange Wanderungen mit dir zu unternehmen. Kurzbeinige Rassen wie etwa Dackel, Mops und Co. werden wahrscheinlich eher Spaß an kürzeren Strecken haben. Natürlich wirst du mit einem Chihuahua nicht dieselbe Wanderung in Angriff nehmen, wie beispielsweise mit einem Border Collie. Du solltest aber immer die individuellen Bedürfnisse und den ganz individuellen Bewegungsdrang deines Hundes berücksichtigen. Es gibt Hunde, deren Rasse eigentlich vermuten lassen müsste, dass sie einen immensen Bewegungsdrang haben, aber sie haben einfach keinen Spaß an langen Wanderungen. Wenn du die Leistungsfähigkeit und Vorlieben deines Hundes bei der Planung einer Wanderung in den Vordergrund stellst, wird jede Wanderung mit Hund eine Bereicherung.

Wie kann ich meinen Hund auf lange Wanderungen vorbereiten?

Mit ausgedehnten Spaziergängen baust du Kondition auf. Dein Hund sollte locker 15-20 km auf normalen Forstwegen laufen können. Leichte Wanderungen, bei denen du wichtige Grundkommandos, wie beispielsweise das Ablegen und spätere Abrufen deines Hundes oder das Überqueren von Gitterrosten üben kannst, festigen den Teamgeist und das Vertrauen zwischen dir und deinem Hund. Erhöhe den Schwierigkeitsgrad und die Entfernungen eurer Touren stetig und baue auch Situationen ein, bei der du spielerisch die Trittsicherheit deines Hundes fördern kannst. Umgestürzte Bäume und kleine Felsen finden sich an jedem Wegesrand. Jede Situation, die dein Hund schon kennt, meistert er im Notfall wesentlich souveräner. Bei Wanderungen im Gebirge können dir einige vorab eingeübte sicherheitsrelevante Kommandos und Szenarien das Leben sehr erleichtern. Lass deinen Hund an engen Passagen hinter dir gehen. Das klingt einfacher, als es ist. Du wirst sehen, dass es etwas Übung bedarf. Kannst du deinen Hund auf den Arm nehmen und ein Stück weit tragen, ohne dass er zappelt? Kennt dein Hund freilaufende Kühe und wie verhält er sich ihnen gegenüber? Das alles dient der Sicherheit, baut Vertrauen auf und bringt Abwechslung in den Alltag. So vorbereitet steht der Wanderung im Gebirge nichts im Wege.

Wie plane ich die perfekte Tour?

Schön die Stinkmauken in der kalten Isar kühlen 😂 so ist es recht!

Bei Wanderungen in den Bergen gibt es einiges zu beachten. Dabei spielt die Entfernung genauso eine wichtige Rolle wie die Höhenmeter. Wähle eine Strecke, die ihr beide locker meistern könnt. Das steigert euer Selbstvertrauen und die Motivation. Eine zu anstrengende Strecke kann euch aus Mangel an Kondition und Erfahrung in Gefahr bringen. Schaue dir deine ausgewählte Strecke auf der Karte und im Internet an. Gibt es Klettersteigpassagen, Schutzhütten, Wasserquellen? Wenn du eine Übernachtung einplanst prüfe vorab unbedingt, ob dein Hund auf der Hütte willkommen ist. Steile und steinige Wege stellen für die meisten Hunde kein Problem dar. Jedoch kann es zu einer Verletzung der Pfoten kommen. Hundeschuhe können diese Gefahr minimieren. Allerdings nur, wenn du deinen Hund bereits an das Tragen von Hundeschuhen gewöhnt hast. Auch deine Ausrüstung trägt zum Erfolg deiner Wanderung bei. Festes und bequemes Schuhwerk, Regenschutz, Sonnencreme, ein bequemer Rucksack, Erste Hilfe Set für dich und deinen Hund, Stirn- oder Taschenlampe sind Pflicht. Je nach Jahreszeit kann es gegen Abend und auf höheren Lagen empfindlich kalt werden. Lass dich nicht von der Sonne im Tal täuschen und pack eine Jacke ein. Bei einer langen Tour kann sich das Gewicht deiner Ausrüstung auf 15 Kilo und mehr summieren. Je nach Rasse, Alter, Gesundheit und Leistungsfähigkeit deines Hundes, kann er dir einen Teil der Ausrüstung abnehmen und in einem Hunderucksack tragen. Auch hier gilt, dass du deinen Hund früh genug an das zusätzliche Gewicht und an das Tragen eines Hunderucksacks gewöhnen solltest. Die entsprechende körperliche Fitness vorausgesetzt, kann ein Hund ca. 20 % seines Körpergewichts tragen. Da Hunde im Sommer schnell Gefahr laufen, einen Hitzeschlag zu erleiden, solltest du entweder sehr früh losgehen und/oder möglichst Wanderrouten aussuchen, die viele schattige Passagen mit ausreichend Wasser aufweisen. Am besten eignen sich der Frühling und der Herbst für Wandertouren mit Hund.

Benötige ich spezielle Ausrüstung für Wandertouren mit Hund?

Dein Hund sollte bei Wanderungen in den Bergen, aus Sicherheitsgründen zusätzlich zu einem gutsitzenden Hundegeschirr auch ein Halsband tragen. Wir empfehlen dir ein Geschirr mit einem Griff am Rückenbereich. Geschirre mit Haltegriff erlauben dir, deinem Hund über Hindernisse hinwegzuhelfen oder ihn bei Bedarf festzuhalten. Verstellbare Hundeleinen können um den Bauch getragen werden, sodass du beim Wandern beide Hände freihast. Für den Notfall solltest du eine einfache Ersatzleine einpacken. Ein faltbarer Napf wiegt sehr wenig und passt in jeden noch so vollen Rucksack. Darin kannst du deinem Hund Wasser und Futter reichen. Planst du längere Pausen oder sogar eine Übernachtung auf einer Hütte, raten wir zu einem leichten Reise-Hundebett. Den Impfpass deines Hundes solltest du im Ausland immer mit dir führen. Je nachdem, in welchem Land du unterwegs bist, darf auch ein Maulkorb nicht fehlen. Ein LED Blinklicht und eventuell auch eine Powerbank zur Ladung von Akkus, schaden nie. Erste Hilfe Set für Mensch und Hund. Inhalt: Desinfektionsspray, Verbandszeug, Zeckenzange, Pinzette, Hundeschuhe, Telefonnummer der nächstgelegenen Tierklinik (vorher im Internet suchen), Maulschlinge und täglich benötigte Medikamente, Telefonnummer Bergwacht.

Benötigt der Hund ein spezielles Futter?

Für eine Hundewanderung benötigst du kein spezielles, energiereiches Futter. Führe das Futter mit, was dein Hund gewöhnt ist. Wenn du barfst oder Nassfutter gibst, solltest du jedoch früh genug auf ein „Reise-Futter“ umstellen. Denn eine plötzliche Umstellung während deiner Tour kann zu Durchfall führen. Das ist bei einer anstrengenden Wanderung gefährlich, da den Hund dehydrieren kann. Trockenfutter eignet sich aufgrund der längeren Haltbarkeit und dem geringen Gewicht am besten. Füttere deinen Hund mindestens zwei Stunden vor Beginn der Wanderung, um die Gefahr einer Magendrehung zu minimieren.

Darf mein Hund mit in eine Hütte?

Grundsätzlich empfiehlt es sich vorher den Hüttenwirt zu fragen, ob dein Hund willkommen ist. Sinnvoll ist es, ein Einzelzimmer für dich und deinen Hund zu buchen, als im Gemeinschaftslager übernachten zu wollen. Das kann für dich, deinen Hund aber auch für die anderen Gäste eine sehr unruhige Nacht werden, wenn dein Hund aufgrund der ungewohnten Geräusche und Menschen anfängt zu bellen. Manchmal bietet sich auch das Winterlager an.

Welche Gefahren lauern auf einer Tour?

Überforderung: Aus Mangel an Kondition, schlechten Wegverhältnissen oder plötzlichem Wetterumschwung ist die Gefahr sehr groß, dass ihr euch überfordert und nicht mehr weiter gehen könnt. Wenn dann noch das Trinkwasser ausgeht, kann es sogar gefährlich werden.

Absturz: Leider kommt es immer wieder zu Abstürzen, weil sich Wanderer an gefährliche Passagen übernommen haben, oder an ausgesetzten Stellen gestolpert sind. Meistens passieren diese Unfälle beim Absteigen, wenn Kraft, Ausdauer und Konzentration nachlassen. Wenn du einen Hüftgurt in Kombination mit der Hundeleine verwendest, solltest du unbedingt an einen Panik Snap denken. So kannst du dich im Notfall in Sekundenschnelle vom Hund lösen und einen Sturz vermeiden.

Freilaufende Kühe: Mit freilaufenden Kühen ist nicht unbedingt zu spaßen! Wenn ihr eine Wiese überqueren müsst, auf der sich freilaufende Kühe befinden, lasst euren Hund nicht frei umherlaufen. Nehmt ihn an die Leine und geht zügig an den Kühen vorbei. Solltet ihr dennoch von einer Kuh angegriffen werden, leine deinen Hund ab und sucht das Weite. Unterschätze Kühe nicht! Es kommt regelmäßig zu Unfällen und sogar Todesfällen.

Orientierungslosigkeit: Gehe nicht einfach kopflos ins Gebirge. Wenn du einfach drauflos wanderst, kannst du dich in den Bergen verlaufen. Wenn dann noch plötzlich das Wetter umschlägt wird es gefährlich. Mit einer guten Wanderkarte, einem Wanderbuch oder Touren Tipps im Internet bist du gut auf deine Tour vorbereitet. Ein Navigationsgerät kann sehr hilfreich sein.

Verletzung: In den Bergen bist du im Falle einer Verletzung erst mal auf dich allein gestellt. Daher solltest du zumindest in der Lage sein, deinem Hund einen Pfoten Verband anzulegen und kleine Wunden zu versorgen. Notiere dir für alle Fälle die Telefonnummer deines Tierarztes, der Bergwacht und der nächsten Hütte. Sollte dein Hund in Bergnot geraten hilft dir auch die Bergwacht. Allerdings müssen entsprechende Kapazitäten vorhanden sein. Die Kosten der Rettung trägt der Hundehalter. Informiere dich daher im Vorfeld, ob vielleicht deine Versicherung die Kosten übernimmt. Muss ein Hubschrauber hinzugezogen werden, wird je Flugminute berechnet.

Falls du allein mit deinem Hund unterwegs bist, informiere einen Freund, deine Familie oder Bekannte über dein Vorhaben und wo du unterwegs sein wirst. Solltest du in Not geraten, weiß man ungefähr, wo man nach dir suchen muss.

Hier noch mal die wichtigsten Punkte aufgeführt:

• Nimm deinen Hund an die Leine (Absturz-Gefahr, Rücksichtnahme)

• Vermeide Kuh-Kontakt

• Packe genügend Trinkwasser für euch beide ein

• Passiere Passagen mit Steingeröll möglichst zügig (Steinschlag)

• Achte auf die Außentemperatur • Lege genügend Pausen ein

• Erste Hilfe Set für Mensch und Hund • Ersatzleine und Ersatz-Halsband

• Gutsitzendes Hundegeschirr

• Booties

• Futter

• wichtige Rufnummern notieren (Tierklinik, Hütte, Bergwacht) • Impfausweis, Maulkorb (je nach Land)

• Gute Planung der Tour ist Voraussetzung

Nun sollte eurer Wanderung nichts mehr im Wege stehen Die gemeinsamen Tage in den Bergen werden ein unvergessliches Erlebnis, an das du gerne zurückdenken wirst. Es ist schön, diese Momente mit dem besten Freund, dem Hund, teilen zu können.

Danke an wilderhund.de für diesen ausführlichen Artikel.

„Wer Wilder Hund und Cheftester Dobi Pablo auf einer Hundewanderung durch die Alpen begleiten möchte, kann sich hier geplante Touren ansehen.“

 

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