Knigge für Hundehalter: Über die Leine hinausgedacht

Infografik Hundeknigge

Was dürfen Hundehalter und was nicht? Du kennst es. Das stets gleiche Theater auf der Hundewiese oder unterwegs. Der eine Hund darf frei laufen und überall hin machen, der andere ist schockiert über derartiges Verhalten von seinem „Kollegen“.

Was ist moralisch vertretbar? Und vor allem; wo schränkt die Freiheit des eigenen Hundes Dritte ein? Im Alltag begegnen wir immer wieder Situationen, die zu unterschiedlichen Meinungen führen. Die folgenden 10 Regeln für Hundehalter sorgen dafür, dass der Umgang miteinander entspannter wird.

  1. Die „innere“ Leinenpflicht

Die Leinenpflicht wird von Bundesland zu Bundesland – von internationalen Gesetzen ganz zu schweigen – unterschiedlich gehandhabt. Als Faustregel sollte jedoch gelten, dass Hunde in Gegenden, wo viele Menschen oder andere Hunde sind, grundsätzlich an der Leine geführt werden sollten. Selbst wenn dein eigener Vierbeiner das liebste Tier auf der ganzen Welt ist, so gibt es dennoch Menschen, die Angst vor unseren Fellnasen haben oder sie einfach nicht mögen. Das gilt es zu respektieren.

  1. Begegnungen in der Einsamkeit

Ob angeleint oder nicht, wenn uns in verlassenen Gegenden Menschen begegnen, müssen wir in der Lage sein, unseren Hund abzurufen oder ihn Beifuß laufen zu lassen. Seien es Fußgänger, Radfahrer, Jogger oder Skater, es ist unangenehm, wenn man von einem Hund ungefragt belästigt wird. Auch hier gilt: Nicht jeder Mensch mag Hunde, einige haben sogar Angst vor ihnen. Hundehass nimmt stetig zu. Durch vorbildliches, rücksichtsvolles Verhalten leistest du einen Beitrag dazu, das Image der Hunde in unserer Gesellschaft zu verbessern.

  1. „Der-Tut-Nix“ – auch nicht hören. Hunde-Knigge

Wer seinen Hund anleint, hat einen Grund dafür. Vielleicht ist der Vierbeiner aggressiv, ängstlich oder überfordert, wenn er zu viel Verantwortung bekommt. Freilaufende Hunde können hier fatale Auswirkungen haben. Denn selbst wenn der unangeleinte Hund ein „Tut-nix“ ist, muss das für den an der Leine noch lange nicht gelten. Meistens wird aus dem „Tut-nix“ dann doch ein „Tut-was“. Um Konflikte zu vermeiden, sollte der eigene Hund angeleint werden, wenn Hundebegegnungen anstehen.

  1. Leinenrambo

Begegnen sich zwei Hunde an der Leine, ist Stress (meist) vorprogrammiert. Manchmal lässt sich das Aufeinandertreffen aus Platzgründen nicht vermeiden. In diesen Fällen ist es sinnvoll, sich zwischen die beiden Vierbeiner als „Puffer“ zu stellen. Auch das Laufen eines leichten Bogens kann die Situation entspannen. Wichtig ist das du als Hundehalter ruhig bleibst und Sicherheit ausstrahlst. Hier haben wir noch einen kleinen Leitfaden für Hundebegegnungen:

  1. Ausweichmanöver

Ob Fahrräder, Kinderwagen, Jogger oder andere Hunde – am besten ist es, deinen Hund bei diesen Begegnungen auf dich zu beziehen. Ein tolles Spiel oder ein aufregendes Leckerli, richtet den Fokus sofort auf dich. Handelst du konsequent nach diesem Prinzip, wird dein Hund bei Begegnungen sofort Blickkontakt zu dir suchen. Das schont nicht nur deine Nerven, sondern auch die der Hunde.

  1. Bello alleine auf der Welt?facebook_hundehalter11

Hört Tierliebe bei deinem Hund auf? Immer wieder ignorieren Hundehalter leider die Tatsache, dass sie nun mal nicht alleine auf der Welt sind. Das führt dazu, dass Wildtiere gejagt und dabei verängstigt werden. Trächtige Rehe erleiden Fehlgeburten und nicht selten bleiben sie in Zäunen hängen und werden vom „lieben“ Hund übel zugerichtet. Zu deinen Pflichten zählt daher auch, auf die Umwelt Rücksicht zu nehmen. Kein anderes Lebewesen sollte unter deinem Hund leiden.

  1. Haufenweise Hund!

Es ist wohl der „Klassiker“ unter den Streitpunkten zwischen Hundehaltern und deren Kritikern: Hundekot. Dabei müsste das gar nicht sein. Sammel die Häufchen deines Hundes immer auf. Die Wertschätzung anderer für dieses verantwortungsvolle Verhalten ist dir sicher. Natürlich gilt darüber hinaus, dass das auch das kleine Geschäft weder an fremden Gärten noch an Autos oder anderen Gegenständen verrichtet werden darf.

  1. Mehrhundehaltung

Du hast geballte Liebe an der Leine? Nicht nur professionelle Gassigeher haben schon mal drei, vier oder noch mehr Hunde an der Leine. Auch private Hundehalter sind heutzutage nicht selten mit mehr als einem Vierbeiner unterwegs. Das sollte allerdings nicht zur Überforderung führen, sprich: Nimm nur so viele Hunde mit, wie du beim Gassigang auch händeln kannst, ohne die Kontrolle zu verlieren.

  1. Keine Geschenke bitte!facebook_hundehalter2

Es gibt Unarten, die scheinbar nicht aus den Köpfen der Menschen herauszukriegen sind. Dazu gehört auch das Füttern fremder Hunde. Zum einen ist es gegenüber dem Hundehalter unhöflich. Zum anderen besteht die Gefahr des Futterneides, was zu ernsthaften Beißereien führen kann. Und last but not least gibt es Hunde, die Unverträglichkeiten oder Allergien haben. Wenn also das dringende Bedürfnis besteht einen Hund zu füttern, immer erst den Hundehalter fragen, ob das mit dem Füttern in Ordnung ist.

  1. Frohsinn statt Folter!

Leider gibt es immer noch Hundetrainer, die der Meinung sind, Strom-, Würge- oder Stachelhalsbänder seien ein wirksames Mittel zur Hundeerziehung. Einmal ganz abgesehen davon, dass Stromhalsbänder in Deutschland zu Recht verboten sind, gibt es ausgezeichnete Hundeschulen, die mit positiver Verstärkung arbeiten. Gewalt gegenüber dem eigenen Hund ist immer ein Zeichen menschlicher Schwäche oder Inkompetenz. Das zu erkennen, ist wertvoller als auf vermeintliche „Dominanz“-Methoden zu setzen.

Katharina Lange von www.hundeschule-elementar.de hat die Knigge für Hundehalter erstellt. Auch bei Facebook zu finden. Der Ansatz von Projekt Wohlerzogen ist es, einen gemeinsamen Weg für ein besseres Miteinander zu finden und zu schaffen. Rücksicht, Akzeptanz und Verantwortung sind unsere 3 Eckpfeiler. Wir fordern die Hundehalter auf zu mehr Rücksichtnahme gegenüber unserer Mitmenschen und Umwelt, Akzeptanz anderer Meinungen und Verantwortung für das eigene Benehmen und das des Hundes zu tragen.

Es gibt eine Menge Hundehalter, die genau das bereits seit Jahren leben! Lasst uns hier zusammenhalten und ein Zeichen setzen, dass es Menschen gibt, die auf ihre Hunde achten und sie erziehen.
„Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt!“

Quelle Infografik „Wie man Hunde nicht begrüsst“:  www.doggiedrawings.net

3 Kommentare zum Thema “Knigge für Hundehalter: Über die Leine hinausgedacht

  1. Endlich sagt es mal jemand. Mir geht das immer auf die Nerven, wenn ich andere Hundehalter dabei sehe wie sie mit ihren Hunden umgehen bzw. sich nicht Regeln halten, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Die Leitfäden von Projekt Wohlerzogen sollte man sich im Wohnzimmer an die Wand hängen.

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