“Er schläft bei mir, wenn Hillary nicht da ist”, sagte US-Präsident Bill Clinton von seinem schoko-braunen Labrador. Auch François Mitterand hatte einen der sanften Retriever, die ursprünglich an den Küsten Neufundlands gezüchtet und dort von den Fischern zum Einholen der Netze und als Helfer auf den Boten abgerichtet wurden. Tatsächlich ist der Labrador, der beliebteste unter den Apportierhunden, für seine Vielseitigkeit berühmt: Als Jagdhund taugt er ebenso wie zum Polizeidienst und wird – aufgrund seiner besonderen Zuverlässigkeit -, zudem gerne als Blindenführhund sowie im Rettungsdienst genutzt.
Das Fell des rund 55 Zentimeter großen Hundes ist dicht, kurz und glatt, fühlt sich fast hart an und ist wasserabweisend. Beim Schwimmen sind die Tiere voll in ihrem Element, wobei man – ganz selten -, natürlich auch einmal einen wasser-scheuen Labrador antrifft.
Hauptfarben sind schwarz und gelb. Nur hin und wieder sieht man leber- oder schokolandenfarbige Hunde. Allerdings können in einem Wurf sämtliche Farben auftreten!
“Wenn du in Washington einen Freund haben willst, dann schaff dir einen Hund an”, rät ein Sprichwort. Und in der Tat wird jeder Kenner der Rasse gerne bestätigen, dass Clinton hier einen prächtigen Kameraden für seinen einsamen Job als mächtigster Mann der Welt gewählt hatte:
Denn ein Labrador ist seiner Herrschaft stets treu ergeben, zudem ausgeglichen und lammfromm im Umgang mit Kindern. Dennoch kann er sein Heim und seine Familie beschützen, so dass er auch als Wachhund in Betracht kommt. Allerdings passt die Rasse – schon allein aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes -, eher auf`s Land, zumindest in ein Haus mit Garten, kaum jedoch in eine kleinere Stadtwohnung.
Da die Tiere gerne fressen und dann auch – mit allen negativen Folgen, die eine Fettleibigkeit auch bei Hunden mit sich bringt -, reichlich zulegen, gilt es von Anfang an, den Arbeits- und Bewegungsdrang des Labradors zu fördern. Hier kommen joggen, maßvoller (!) Auslauf neben dem Pferd oder Rad wie auch Agility in Betracht. Rein zu Dekorationszwecken gehalten, wird diese Rasse dagegen niemals glücklich, sondern nur dick und krank werden!
Werden die Tiere jagdlich geführt, kommt ein Labrador sowohl als Apportierhund nach dem Schuss – etwa bei der Pirsch auf Flugwild -, als auch zur Nachsuche auf Schalenwild in Betracht. Hier, wie auch bei der Arbeit als Lawinenspürhund, kommt dem Labrador sein hervorragender Spürsinn zu Gute.
Leider findet man in einigen Zuchtlinien erblich bedingte Gelenkserkrankungen wie die gefürchtete Hüftgelenksdysplasie. Auch sollten Welpen und im Wachstum befindliche Junghunde – aber das gilt ja im Prinzip für sämtliche Rassen -, möglichst wenig Treppen steigen!
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