Vorsicht vor Reisekrankheiten durch Blutsauger

Der Mittelmeerraum ist aus guten Gründen ein beliebtes Urlaubsziel für die ganze Familie. Leider ist er mit seinen milden Temperaturen auch ein Paradies für Parasiten – und diese können Mensch und Tier gefährlich werden.

Zur Urlaubsvorbereitung gehört deshalb unbedingt der richtige Parasitenschutz – vor allem für den besonders gefährdeten, mitgereisten Vierbeiner:

Welche durch Parasiten übertragenen Krankheiten bedrohen Hunde im Mittelmeerraum?

Weltweit sind Zecken, Moskitos, Sandmücken und Flöhe die potentesten Krankheitsüberträger. Eine in Südeuropa häufige und besonders gefährliche Zeckenart ist die Braune Hundezecke. Sie kann unsere Vierbeiner mit Krankheiten wie Ehrlichiose oder Babesiose infizieren, die unbehandelt meist tödlich verlaufen. Auch mediterrane Stechmücken können Hunden sehr gefährlich werden, indem sie beim Blutsaugen winzige Wurmlarven, etwa den Herzwurm, übertragen. Die größte Gefahr im Mittelmeerraum geht jedoch von der Sandmücke aus. Sie ist der Überträger der Leishmaniose, die oft den frühen Tod für einen Hund bedeutet.

Wie groß ist das tatsächliche Risiko?

Das Risiko für den Hund von einem infizierten Blutsauger gestochen zu werden ist regional sehr unterschiedlich. Nur vereinzelt liegen entsprechende Studien vor. So wurde bei einer Untersuchung in der italienischen Po-Ebene je nach Region bei 22 bis 68 Prozent der Hunde eine Herzwurminfektion diagnostiziert. Auf Mallorca, Sizilien und in der französischen Provence besaßen mehr als 60 Prozent aller untersuchten Hunde Leishmaniose-Antikörper, hatten also bereits eine Leishmaniose-Infektion durchgemacht. Je höher der Bestand infizierter Tiere, umso leichter kann eine Mücke Krankheitserreger aufnehmen und auf noch gesunde Tiere übertragen.

Wie kann ich meinen Hund schützen?

Vorbeugung beginnt schon vor dem Urlaub – am besten mit einem Besuch beim Tierarzt. Wer sich selbst ein Bild von den möglichen Gefahren am Urlaubsort machen will, findet im Internet eine Europa-Risikokarte speziell für Reisekrankheiten des Hundes (im Serviceteil von http://www.parasitenfrei.de). Beim Klick auf das Urlaubsland erscheint eine Übersicht der im jeweiligen Land zu erwartenden Parasiten und Infektionen. Den besten Schutz bieten Parasitenmittel zum Auftropfen, die gegen alle relevanten Blutsauger wirken und die Fähigkeit besitzen, Zecken und Mücken nicht nur zu töten, sondern schon vor dem Biss abzuwehren (zu repellieren). So wird das Risiko der Krankheitsübertragung minimiert.

Worauf muss ich am Urlaubsort achten?

Durch entsprechende Verhaltensregeln lässt sich das Risiko eines Parasitenkontaktes vor Ort verringern: Gegen Zecken hilft das gründliche Absuchen des Tieres nach jedem Aufenthalt im Freien. Zecken sollten möglichst schnell und komplett entfernt werden. Da Sandmücken vor allem dämmerungs- und nachaktiv sind, sollten Hunde in südlichen Ländern nicht im Freien übernachten. Im Haus schützen engmaschige Moskitonetze vor dem Fenster am besten.

Weitere Informationen für Tierhalter zum Thema Parasiten von Hund und Katze gibt es unter www.parasitenfrei.de

Ein Kommentar zum Thema “Vorsicht vor Reisekrankheiten durch Blutsauger

  1. Ich bin sehr oft auf Sizilien, und jetzt im Juli das erste mal mit meiner Hündin. Ich war immer der Meinung das es gerade im Mittelmeerraum keine Stechmücken gibt aber man lernt eben nie aus.
    Auf alle Fälle vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, da ich nun gerade die erschreckenden 60% bei Sizilien gelesen habe gehe ich nun auf alle Fälle gleich noch zum Tierarzt.

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