Die Zecke hat Deutschland und Europa immer mehr im Griff. Darauf hat die “Schutzgemeinschaft Deutscher Wald” (SDW) hingewiesen: “Erstmals wurden infizierte Zecken nicht nur 200 Kilometer vom Nordpol entfernt, sondern auch in einer Höhe von 1.500 Metern entdeckt!” Dabei war man lange Zeit davon ausgegangen, dass das Gebirge eine weitgehend pollen- und zeckenfreie Region darstellt …
Zu allem Überfluss sind die lästigen Blutsauger jedoch nicht allein im Wald aktiv. Kleine Säugetiere – wie Mäuse oder Igel -, verbreiten sie auch in unseren Gärten oder auf Spielplätzen.
Beim Menschen sind vor allem die so genannte “Frühsommer-Hirnhautentzündung”, kurz (FSME), sowie die Borreliose, die von einem Bakterium ausgelöst wird, gefürchtet.
Der FSME-Virus wird direkt nach dem Stich übertragen. Speziell bei Senioren kann es zu schweren Krankheitsverläufen kommen. Vorbeugend kann man sich impfen lassen, nicht jedoch gegen die Borreliose, wo wir nach Schätzung der SDW jedes Jahr rund 60.000 Neuerkrankungen zu beklagen haben. Denn die Infektion der Zecken mit Borreliose-Erregern nimmt ständig zu: “Aktuell trägt jede dritte Zecke Borrelien in sich. – Jährlich erkranken daher zehntausende Menschen allein in Deutschland an dieser gefährlichen Krankheit, die Nervensystem, Gelenke und Gewebe schädigt.”
Zur Beruhigung: Wird eine Borreliose rechtzeitig entdeckt, kann sie gut mit Antibiotika behandelt werden.
Stichproben-Untersuchungen bei Schweizer Hunden ergaben, dass rund 5 Prozent – in manchen Gegenden auch mehr -, einen erhöhten Antikörperspiegel gegen das FSME-Virus aufweisen, das heißt, infiziert wurden. Dennoch werden ernsthafte Erkrankungen, auch bei Pferden oder Ponies, eher selten beschrieben …
Dagegen wird eine Borreliose bei Hunden, Katzen, Pferden oder auch Kühen häufig(er) beschrieben und äußert sich auch bei Tieren durch ein eher diffuses Krankheitsbild mit Gelenkproblemen, Erkrankungen des Nervensystems, der Augen und des Herzens. Speziell bei Hunden kann man Gehstörungen und eine fortschreitende Lahmheit beobachten. Die Therapie erfolgt mittels Antibiotika und soll in den meisten Fällen auch gut ansprechen.
Das Problem: Der Klimawandel und die zunehmend milden Winter führen dazu, dass die lästigen Blutsauger immer länger aktiv bleiben. Zudem bergen neu zugewanderte Zecken neue Gefahren. Hier sind nach Auskunft des SDW vor allem die Auwaldzecken zu nennen, die viel mobiler als unser heimischer Holzbock sind und aktiv auf Beutesuche gehen. Ursprünglich südlich und östlich der Alpen zu Hause, sind sie in den letzten Jahren bei uns eingewandert und hausen, wie ja schon ihr Name vermuten lässt, vor allem in Feuchtgebieten: “Lange Zeit wurde diese Zeckenart nur an Hunden festgestellt. Doch 2006 wurden dann erstmals in Brandenburg vier Personen von einer Auwaldzecke gebissen. Diese Zeckenart kann beim Menschen ein gefährliches Fleckfieber übertragen, dass von Rickettsien-Bakterien ausgelöst wird!”
Generell sollte man – bei Mensch wie Tier -, Zecken möglichst rasch entfernen, da die Infektionsgefahr mit Länge der “Blutmahlzeit” wächst. Dabei wird der gefährliche Sauger vorsichtig – ohne jeden Druck auf den Körper -, mit einer spitzen Pinzette oder Zeckenzange ergriffen und dann aus der Haut gedreht. Auch Zeckenkarten leisten hervorragende Dienste. Übrigens darf der Parasit niemals mit Nagellack, Öl oder Klebstoff betupft werden, da die sterbende Zecke dann in ihrem Todeskampf Unmengen an Erregern in die Wunde erbricht!
Gegen die Borreliose wird für Hunde, im Gegensatz zum Menschen, ein Impfstoff angeboten, der allerdings nach Auskunft des “Bundesverbandes praktizierender Tierärzte” (bpt) nur gegen eine Borrelienart schützt: “Ebenso steht gegen die Babesiose (so genannte Hundemalaria) ein Impfstoff zur Verfügung. Dieser ist zwar in Deutschland nicht zugelassen, kann aber vom Tierarzt aus dem europäischen Ausland bezogen werden. Der Impfstoff schützt jedoch nicht vor einer Infektion, sondern mildert lediglich den Krankheitsverlauf. Gegen die anderen Krankheiten gibt es keine Impfung!”
Hunde sollten daher nach jedem Spaziergang (!) und eine Katze mindestens einmal täglich nach Zecken abgesucht werden. Bevorzugte “Andock-Stellen” sind nach Auskunft der Experten die gefäßreichen, dünnhäutigen Partien an Kopf, Hals, Schultern und Achseln: “Um die Tiere vor ungebetenem Besuch zu schützen oder den kleinen Biestern den Appetit zu verleiden, stehen zudem Spot-on-Präparate oder antiparasitäre Halsbänder in den Tierarztpraxen zur Verfügung!”
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Übrigens schützen diese Mittel auch uns Halter. Denn: Zecken kraxeln – auf der Suche nach einer ihnen zusagenden Hautstelle -, häufig längere Zeit auf Mieze oder Bello umher und wechseln dann ganz “gerne” auch mal zu uns Menschen über. Schließlich tragen wir kein störendes Fell, sondern nichts als blanke Haut.
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