Obwohl ihre genaue Herkunft – wie bei vielen Rassen -, im Dunkel zahlreicher Geschichten und Legenden liegt, darf man wohl davon ausgehen, dass auch der Golden Retriever ursprünglich von den Küsten Neufundlands kommt, wo die robusten Tiere die Netze der Fischer durch`s eiskalte Wasser gezogen und die Leinen eingeholt haben. Vermutlich dienten sie zudem als Wächter auf den Booten, während sie als direkte Schutzhunde, aufgrund ihrer geringen Schärfe, damals wie heute nicht in Betracht kommen.
Freilich liebt auch der “moderne” Golden Retriever noch Wasser in jeder Form – vom kleinsten, verschmutzten Tümpel bis hin zum kalten Gebirgsbach oder den Wellen des Meeres. Dadurch trägt er, wie auch bei Regen, viel Schmutz in`s Haus. Auch neigt das wasserabweisende Fell der aktiven Tiere nicht gerade wenig zum Haaren und Ausgehen, so dass Teppiche und Sofa, zum Leidwesen der Hausfrau, oft einen dezenten Gold-Schimmer aufweisen …
Gold-, creme- und weizenfarben sind nämlich die Haupt-Schattierungen, während eine ins Rötliche bzw. nach “Mahagoni” abdriftende Tönung eher unerwünscht ist!
Rüden werden bis 60 Zentimeter hoch und rund 35 Kilogramm schwer. Zwar bleiben Hündinnen ein wenig kleiner und leichter. Dennoch sollte jedermann klar sein, dass die Tiere zwar als Familien- und Haushund, kaum jedoch für kleinere Wohnungen in Betracht kommen.
Geeignet sind die ruhigen Tiere, die zudem anhänglich, leicht erziehbar und gutmütig gegenüber Kindern sind, ausschließlich für sportliche Familien, die viel draußen unterwegs sind. Als Schoßhund oder in einer top-gepflegten Kleinwohnung wird ein Golden Retriever dagegen verkümmern!
Wird der “Golden” jagdlich geführt, dann kann er als Stöber- und Apportierhund bei der Jagd auf Wassergeflügel und anderes Flugwild genutzt werden. Mitunter, wenn auch nicht gar so häufig wie der Labrador, werden die arbeitswilligen Tiere zudem als Blindenführer oder Rettungshunde genutzt.
Vor allem beim gemeinsamen Joggen müssen wir stets darauf achten, dass die latent vorhandene Jagd-Passion nicht mit unserem Golden durch geht. Schließlich werden die Hunde vom Waidmann auch zur Niederwildjagd genutzt, so dass schon mancher mit dem erst-besten Hasen “durch ging”.
Als “Laien” sollten wir uns daher ausschließlich ein Tier aus einer typischen Familienzucht aussuchen. Retriever – und auch Terrier (!) -, aus jagdlich geführten Zuchtlinien gehören dagegen in die Hand eines Fachmanns, der für die Fähigkeiten und Schärfe des jeweiligen Hundes auch wirklich Verwendung hat!
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