Urlaub mit dem Hund in Holland

Auf Tour mit dem Hund durch „Holland“ –

oder besser: Niederländische Vielfalt für Hundeurlauber

Aus Sicht des Vierbeiners sollte ein abwechslungsreicher Urlaub die drei „R’s“ erfüllen: Rennen, Ratzen, Resorbieren. Beim Einverleiben von hundegerechten Köstlichkeiten steht Fisch immer wieder gern auf dem Speisezettel der Kaniden, und den gibt es in den Niederlanden frisch in den Napf. Aber auch über das Kulinarische hinaus haben unsere Landesnachbarn ihren Hundegästen und übrigens auch deren Besitzern einiges zu bieten.

Die meisten Hunde lieben es, ausgedehnte Spaziergänge mit einem kurzen Bad zu kombinieren. Hierfür ist das flache Land mit seinen Binnenseen prädestiniert, zumindest dort, wo an den weiten Stränden Hunde ausdrücklich gestattet sind. Für Hundebesitzer ist es nämlich wichtig zu wissen, dass es auch in den im Allgemeinen hundefreundlichen Niederlanden durchaus regionale Einschränkungen geben kann. Wasser aber findet sich schließlich zu allen Seiten des Landes zur Genüge: so grenzen die Niederlande im Norden und Westen an die Nordsee, im Osten an die Bundesrepublik Deutschland und im Süden an Belgien. Über ein Viertel liegt unterhalb des Meeresspiegels, ein weiteres Viertel knapp einen Meter darüber.

Weil auch der stressgeplagte, mehr oder weniger erlebnishungrige Mensch in seiner arbeitsfreien Zeit gern nach Möglichkeiten zu einem Plus an Bewegung sucht sowie nach ausgiebigen Phasen der Erholung bei gutem Essen, kommt dieser in den Niederlanden ebenso auf seine Kosten. Frau Antje aus Holland, die personifizierte Werbeikone, die mittlerweile landläufig als vielzitiertes Symbol für die gesamte, aus 12 Provinzen bestehende parlamentarische Monarchie steht, wartet auf mit viel Traditionellem, z.B. Klompen und klappernden Windmühlen, und Kulturellem, z.B: dem Vincent-van-Gogh- Museum (Provinz Nord-Brabant, Klein-Zundert) oder dem Delfter Porzellan (Südholland). Wer sich übrigens „political correct“ ausdrücken möchte, bezeichnet als Holland nur die zwei größten Niederländischen Provinzen Noord (Nord)-Holland und Zuid (Süd)-Holland. Offiziell heißt das gesamte „niedrige Land“, wie es der Name schon sagt: die Niederlande.

Jedenfalls blüht es in jenem Holland im Frühling wie selten irgendwo. Eine endlose Pracht bunter Tulpenfelder findet sich jeweils auf einer Entfernung von 12 Kilometern zwischen Haarlem (Nordholland) und Leiden (Südholland), wo auch der bekannte Blumenpark Keukenhof (bei Lisse, Südholland) liegt. Hunde übrigens sind hier gern willkommen.

Das niederländische Hundegesetz auf Basis der R.A.D.

(regeling aggressive dieren)

Über einen kleinen und für betroffene Hundehalter sogar entscheidenden Wermutstropfen hinsichtlich der Niederlande als Urlaubsziel sollten Mischlingsbesitzer oder solche von pitbullartigen Hunden ohne FCI (Fédération Cynologique Internationale) Stammbaum unbedingt informiert sein:

Die Rede ist von dem in den Niederlanden seit 1993 geltenden und im Jahre 2005 konkretisierten sogenannten „Pitbullgesetz“. Diese zwar in Änderung begriffene aber nach wie vor gültige Hundeverordnung verbietet die Einfuhr von Hunden des Typs Pitbull-Terrier ohne Ausnahme und ermöglicht es, dass diese konsequent beschlagnahmt und in den meisten Fällen sogar getötet werden können. Entscheidend ist, ob die Hunde äußerliche Merkmale aufweisen, die in der Regelung über aggressive Tiere (R.A.D. „regeling agressieve dieren“) genannt sind. Solche Hunde, die pitbullartigen Hunden also stark ähneln (u.a. Bullterrier oder American Staffordshire-Terrier) oder die aussehen wie Kampfhunde, sind nur dann erlaubt, wenn sie einen durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannten Stammbaum besitzen. Im Klartext: Führt der Halter keinen FCI-Stammbaum für seinen Hund mit sich, kann lediglich dessen Aussehen, nicht dessen Verhalten ausschlaggebend sein für eine mögliche Beschlagnahmung. Somit können etliche Rassen und deren Mischlinge betroffen sein. Deutsche Nachweise wie beispielsweise ein in Deutschland bestandener Verhaltenstest haben in den Niederlanden keine Gültigkeit.

Es ist im Gespräch, dass die niederländische Hundeverordnung im Laufe des Jahres 2009 überarbeitet wird und dann alle Hunde über 35 Zentimeter Schulterhöhe unabhängig von ihrer Rasse einem Wesenstest unterzogen werden sollen. Welchen Bestimmungen dann die Vierbeiner von Touristen unterliegen werden, ist bis dato gleichermaßen spekulativ. Von daher ist bis zur Verabschiedung einer neuen Fassung der Hundeverordnung unbedingt davon auszugehen, dass, insofern ein Hund als aggressiver Hund eingeschätzt wird, weiterhin die Beschlagnahmung und auch Tötung des Hundes droht.

Wird es mit den Reisevorbereitungen konkret oder möchten Hundehalter auf Nummer Sicher gehen, ist es im Einzelfall ratsam, vor einer Reise mit einem von der Beschlagnahmung möglicherweise betroffenen Hund direkt Informationen bei der niederländischen

Botschaft des Königreichs der Niederlande
Klosterstraße 50, 10179 Berlin, Tel.: +49 30 20956-0, Fax: +49 30 20956-441

Wer mit dem Hund in die Niederlande reist, muss beachten, dass generelle Leinenpflicht herrscht.

Einreisebestimmungen für Holland – Urlaub mit dem Hund:

Bei der Einreise mit dem Hund ist ein EU-Heimtierausweis mitzuführen, der durch einen Tierarzt ausgestellt wurde. Dieser Ausweis dient dem Nachweis, dass das Tier gegen Tollwut geimpft ist. Dieser Ausweis ersetzt die bisherigen einzelnen Dokumente der EU- Staaten.

Der EU-Heimtierausweis muss enthalten: gültige Tollwutimpfung mit inaktiviertem Impfstoff, die mindestens 30 Tage und höchstens 1 Jahr vor Reisebeginn durchgeführt worden sein muss. Der Hund muss eindeutig identifizierbar sein (durch Tätowierung oder Mikrochip der ISO-Norm 11764 oder 11785)

Die Einreise eines ungeimpften Heimtiers (Welpen von Hund, Katze, Frettchen), das jünger ist als 3 Monate, wird gestattet, wenn für das Tier ein EU-Ausweis mitgeführt wird und wenn es seit seiner Geburt an dem Ort gehalten wurde, an dem es geboren ist. Es muss ausgeschlossen sein, dass es mit wild lebenden Tieren in Kontakt gekommen ist, die einer Infektion mit dem Tollwutvirus ausgesetzt gewesen sein könnten, oder wenn es von seiner Mutter begleitet wird, von der es noch abhängig ist.

Pitbullterrier und deren Kreuzungen dürfen in den Niederlanden nicht eingeführt werden.

Urlaubsland Niederlande in kurzen Daten:

Hauptstadt: Amsterdam
Amtssprache: Niederländisch
Fläche: 41.526 qkm , Einwohner: ca. 16 Mio. ,
Zeitzone: MEZ, Landesvorwahl: +31, Internet-Suffix: .nl
Währung: Euro, Strom: 220V 50Hz.
Regionale Tipps für Hundeurlauber – Urlaub mit dem Hund in Holland:

Zwischen Alkmar und den Helder gibt es eine Reihe von Ferienparks in der reizvollen Landschaft Nordhollands, wo Hunde sehr willkommen sind. Bei der Beurteilung durch Hundeurlauber schneiden Callantsog direkt an den Dünen oder St. Martinzee in aller Regel gut ab.

Nordhollands Insel Texel im Wattenmeer.

Tierpark Burger’s Zoo, Antoon van Hooffplein 1, 6816 SH Arnhem, (Provinz Gelderland), Telefon: (+31) (0)26 442 45 34
Angeleinte Hunde sind gestattet, Kinder nur in Begleitung von Erwachsenen.
Öffnungszeiten von Montag bis Sonntag, 9 – 17 Uhr

Amsterdam, Noord-Holland, eine bunte Stadt voller Flair. Freiheit und Toleranz sind ihre geschichtsträchtigen Markenzeichen. Damit sind die Amsterdamer durchaus auch ihren vierbeinigen Gästen zugetan, allerdings sollten sich deren Besitzer vor der Buchung eines Zimmers in einem der Hotels oder einer Pension nach der Ausstattung des Hauses mit Aufzügen erkundigen. Besonders für große Hunde sind die steilen Treppen der Amsterdamer Prachtbauten absolut nicht zu erklimmen. Auch vor dem Besuch von Amsterdamer Ausflugsziele wie beispielsweise dem Wachsfigurenkabinett „Madame Tussauds“ ist angeraten, bezüglich der Mitnahme eines Hundes gezielte Informationen einzuholen. Die Frage: Ist das erlaubt und im Interesse des Hundes überhaupt praktikabel? sollte jeder echte Hundefreund immer wieder im Vorfeld klären. Bei „Madame Tussauds“ beispielsweise müssen Hunde draußen bleiben!

Fazit: Die Hauptstadt der Niederlande als Hundeurlauber zu erkunden, setzt also etwas Planungsbereitschaft voraus, damit der Reisende mit Hund wirklich allen Bedürfnissen gerecht werden kann. Wem das jedoch gelingt, dem ist gemeinsam mit seinem Vierbeiner dann nur noch jede Menge Spaß zu wünschen. 

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© by Marita Schwahn aus Jühnde für Hundeurlaub.de

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